In dem betroffenen Areal handelt es sich laut Umweltministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern, welches das Projekt ebenfalls ablehnt, um gemeldetes FFH-, EU-Vogelschutz- und Naturparkgebiet. Insbesondere ist eine Heidelandschaft betroffen, die nach Größe und Ausprägung im westlichen Mecklenburg einzigartig ist.
Grundwasserabsenkungen Um die Kohle im Tagebau zu fördern, muss das Grundwasser abgesenkt - „gesümpft“ - werden. Ein großflächiger „Sümpfungstrichter“ & die nachhaltige Zerstörung des Wasserhaushaltes sind die Folge. Die Absenkungen sind nicht auf die Tagebaue begrenzt. Der Kohleabbau führt zu einer rapiden Grundwasserabsenkung, die unter anderem zu einer starken Versalzung des Wassers mit Konsequenzen für die Land- und Forstwirtschaft, für den Obstanbau & letztendlich für die gesamte Natur sorgt. Siehe auch:
„Grundwasserabsenkungen durch Garzweiler größer als zugegeben“
Luftverschmutzung Kilometerweite Luftverunreinigung durch den Tagebau sowie unvollständig filtrierte Verbrennungsrückstände durch geplante Kraftwerke sind zu erwarten. Krebserregende Staubpartikel und Fein- und Grobstaub werden in der Luft freigesetzt. Aus den Tagebaugebieten Garzweiler, Hambach und Heuersdorf sind Himmel verdunkelnde Sand- und Dreckstürme bekannt. Hinzu kommen Abgase und Luftverschmutzung durch schwere LKW.
Feinstaub Quelle Tagebau Feinstaub ist ein Gemisch von kleinsten Staubteilchen. Diese werden auch PM-10 (Particulate Matter) genannt. Feinstaub gefährdert die Gesundheit, das steht außer Frage. Der Gesetzgeber hat darauf mit der Festlegung von Grenzwerten reagiert. Neuere Erkenntnisse belegen, dass diese Partikel schon in kleinsten Mengen gefährlich sind. Deshalb kann für PM-10 keine Wirkungsschwelle angegeben werden. Die große Gefahr des Feinstaubs liegt darin, dass er bis in die Lungenbläschen vordringen kann. Türkische & amerikanische Studien an Braunkohletagebauen belegen den erheblichen Anteil von schädlichen Feinstäuben am am gesamten Stoffaustrag. Der Feinstaub wird u. anderem freigesetzt beim Gewinnen der Kohle, durch Abraum, Transport, Kohlelager, Kohleumschlagplätze. In Deutschland wird versucht, durch verschiedene Maßnahmen die Staubimissionen in Tagebauen zu reduzieren, z.B. - indem freiliegende Abraum-und Kohleflächen großflächig mit Wasser besprüht werden - indem zur Staubentwicklung besonderst beitragende Anlagen wie Bandantriebe, Bandübergaben, Zugbeladungen & Bunkeranlagen mit Beregnungsanlagen versehen werden - indem die Ränder der Tagebaue mit bepflanzten u. beregneten Schutzwällen versehen werden
Kohlendioxid (CO2) Braunkohle ist der Energieträger, bei dessen Verbrennung das meiste klimaschädliche Kohlendioxid (CO2) pro Energieeinheit frei wird. Die Nutzung der Braunkohle gefährdet die notwendige drastische Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes. Beispiel, das Kraftwerk Lippendorf ist mit einem Nettowirkungsgrad von etwa 42 Prozent, weltweit das Effizienteste in der Braunkohlenverstromung, dennoch nimmt es unter den 30 dreckigsten Kraftwerken in Europa Platz 19 ein (WWF). 2004 betrug der CO2-Ausstoß des Kraftwerkes Lippendorf zwölf Millionen Tonnen.
Radioaktivität im Tagebau Auch Braunkohle enthält je nach Art & Herkunft natürliche radioaktive Stoffe. Diese werden bei der Verbrennung in die Biosphäre freigesetzt & führen zur zusätzlichen Strahlenexposition.(siehe auch "Die Strahlenesposition des Menschen" Koelzer,W.Forschungszentrum Karlsruhe, 2001)
Lärmbelästigung Rund um die Uhr werden Abräumbagger, Förderanlagen und technisches Gerät sowie die Braunkohlekraftwerke kilometerweit eine Lärmkulisse verursachen. Der Güterverkehr wird schon lange vor Inbetriebnahme des eigentlichen Abbaus gravierend zunehmen.
Renaturierung? Sicher ist nur eines, Tagebaue hinterlassen Kunstlandschaften, die Jahrhunderte zur Regeneration benötigen. Aussage eines Anwaltes der Bergbauindustie in den USA auf einer Konferenz: "Meine Herren - sehen wir der Sache doch ins Gesicht: Wir verändern in den Abbaugebieten die Umwelt nicht nur einfach. Nein wir schaffen sie weg!". (Quelle: "Earth Movers - Vom Spaten zum Superbagger", N24 am 25.04.05)
Stellungnahme vom Umweltministerium |