Das Wirtschaftsministerium bestätigte auf Anfrage, das die Mitteldeutsche Braunkohle mbH am 10.11.2005 einen Antrag auf Fristverlängerung (3 Jahre) zum "Aufsuchen und Erkunden" des Lübtheener Truppenübungsplatz eingereicht hat. Eine Entscheidung
über den Antrag liegt noch nicht vor, es ist jedoch davon auszugehen, das auch dieser erneuten Fristverlängerung für drei Jahre statt gegeben wird. Nun bleibt es abzuwarten, wie das Wirtschaftsministerium und die Bundeswehr reagieren wird. Sofern das Wirtschaftsministerium trotz des großen Widerstandes bei Bevölkerung und ansässigen Unternehmen in der betroffenen Region die Fristverlängerung tatsächlich gewährt, so wird ein Antrag auf Abbau des Braunkohlevorkommens auch gestellt werden.
Der kaufmännische Direktor der Mitteldeutschen Braunkohle mbH, Heiner Krieg, hat gegenüber NDR-Info keine Zweifel an der Planung des Abbaus gelassen, die bisherigen Probebohrungenund die bislang gewonnenen Erkenntnisse seien alle druchweg positiv und stellen den Abbau nicht in Frage. "Die Landesregierung ist jetzt in der Pflicht", erklärt Kai Hagen, "das Richtige zu entscheiden. Es wäre richtig, den erneuten Verlängerungsantrag abzulehnen. Das wäre ein klares Zeichen, so der Unternehmer und Vorsitzendedes Vereins Braunkohle-nein. Pressesprecher Andreas Vones geht noch einen Schritt
weiter: "Es wäre unverantwortlich, der Mibrag die Erkundung seit 1997 immer weiter zu erlauben, im Wissen, das einem Antrag auf Abbau nicht stattgegeben wird. Die Mibrag investiert Millionen zur Erkundung des Areals im guten Glauben, das ihrem Antrag auf Abbau auch statt gegeben wird. Insofern ist die Reaktion auf diesen aktuellen Verlängerungsantrag für uns ein klares Zeichen, wie sich das Wirtschaftsministerium und somit die Landesregierung generell positioniert." Der nun eingereichte Antrag überrascht die Mitglieder des Vereins Braunkohle-nein jedoch nicht, damit hatte man fest gerechnet.
Vergessen sind die klaren Stellungnahmen aus 1996 und 1997, wo die Mibrag noch verlauten ließ, es werde gegen den Willen der Bevölkerung keinen Braunkohleabbau mehr geben. Das unsere zukünftige Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Verfechterin alternativer Energien ist und unter anderem im Koalitionsvertrag eine starke Reduzierung des Kohleabbaus in Deutschland ab dem Jahr 2007 vereinbart wird, lässt ein bisschen Hoffnung aufkommen. Denn wenn ab 2007 der Kohleabbau drastisch reduziert wird, dürften an sich keine neuen Braunkohlereviere mehr entstehen.
Der Verein Braunkohle-nein erwartet nun mit besorgter Spannung die Reaktion auf den Fristverlängerungsantrag. "Wenn der Antrag bewilligt wird, dann wird unser Widerstand spürbar verstärkt und wir werden weiterführende Strategien der Vorgehensweise festlegen", erklärt Kai Hagen. "Es kann und darf nicht sein, das die Landesregierung all das aufs Spiel setzt, was hier in der Griesen Gegend wirtschaftlich geschaffen wurde. Dagegen werden wir uns wehren, das ist keine Frage. Die geplante ökologische und ökonomische Katastrophe muss verhindert werden!"
A. Vones / Pressestelle Braunkohle-nein |